Bujinkan Dojo Ludwigshafen

Shukō

Shukō 手鉤 sind spezielle Werkzeuge, die für das Tragen von Stroh oder Reisballen verwendung fanden und welche, wie viele Werkzeuge in dieser Zeit, auch als Spezialwaffe in der Togakure Ryū eingesetzt wurden.
Der Name Shukō, die Kanji, kann mit „Handkrallen“ übersetzt werden!

Die Entstehung der Shukō begann in den landwirtschaftlichen Feldern des alten Japans, als sich Eisenwerkzeuge im ländlichen Japan durchzusetzen begannen.
Zu dieser Zeit finden wir als erstes Werkzeug den Asakagi 麻鉤 (Faserhaken), der zum Einhaken von Stroh-, Heu-, Weizen- und in früheren Zeiten auch Reisbündeln für den manuellen Transport verwendet wurde.

Tekkōkagi 手甲鉤 der Iga Ryū

Lange Zeit später, während der Heian Zeit, kam es in bestimmten Regionen Japans zu einer gewissen Vermischung von Werkzeugen. Zu dieser Zeit ist die Entwicklung des Tekkō Kagi 手甲鉤 (Krallen, die den Handrücken bedecken ) erkennbar.
Dieses wurde ähnlich wie eine Mistgabel verwendet, ein Werkzeug zum manuellen Aufschaufeln von Heu, Stroh und Weizen.

Shukō 手鉤 der Togakure Ryū

Irgendwann in der Sengoku-Zeit (1467–ca. 1603) entwickelten sich in bestimmten Regionen eine Variante des Tekkō Kagi, bei der die Haken jedoch an der Innenseite der Handflächen getragen wurden. Dies ermöglichte eine bessere Hebelwirkung und Handhabung beim Heben und Bewegen von Reisballen (Koku 石) mit der Hand.
Die durch Togakure Ryū Ninjutsu populäre Version besteht aus einem Metallband, das die Handfläche umschließt, und ein Metallband am Handgelenk. Die Haken befinden sich auf der Innenseite der Handfläche.

Der erste und scheinbar häufigster Ansatz besteht darin, das eigene Taijutsu mit Shukō zu verbinden. Dies setzt jedoch voraus, dass man die Eigenschaften des Werkzeugs versteht. Man könnte beispielsweise annehmen, dass man den Gegner einfach mit den Krallen schlagen könnte. Was passiert jedoch, wenn die Krallen im Knochen stecken bleiben?
Hier wird schnell klar, dass es sich hier um ein Werkzeug handelte, bevor es zur Waffe wurde.
Die Haken sind für faserige Produkte gedacht, nicht für den menschlichen Körper.

Die zweite Methode basiert auf dem eher akrobatischen Teil des Togakure Ryū, der Taijutsu Ukemi Gata; 体術受身型, aus dem Togakure Ryū Ninjutsu Hidensho 戸隠流忍術秘傳書.
Darin werden einige vage Formen des Ausweichens vor Schwertangriffen beschrieben und Aspekte wie das Schlagen der lebenswichtigen Organe des Gegners mit dem Metallband des Shukō, sowie dessen Verwendung zum Fangen einer Schwertklinge in den Händen und zum Wegheben der Waffe vom Gegner.

Dann gibt es noch das Santō Tonkō Gata 鼠逃遁甲型 aus dem Shinjin Ichinyo no maki 神人一如之巻.
Diese Schrift beschreibt die wichtigsten Techniken des Shukō, der Shuriken 手裏剣 (Wurfklingen) und des Metsubushi 目潰し (Blendpulver).
Die Formen sind vom Hajutsu 破術 abgeleitet und behandeln kritische Situationen, in denen man entdeckt und zum Kampf gezwungen wird. Dies unterscheidet sich von konventionellen Kata, die sich mit der Niederlage des Gegners befassen, dadurch, dass diese Kata detailliert beschreiben, wie man sich aus verschiedenen Griffen befreit, den Gegner betäubt oder schwächt und flieht oder sich versteckt.

Der zweite Abschnitt befasst sich mit dem unbewaffneten (oder mit Shukō und verschiedenen anderen Werkzeugen) Einsatz gegenüber einem bewaffneten Angreifer.
Auch bei diesen Techniken geht es nicht unbedingt darum, den Gegner zu töten, sondern ihn zu betäuben oder außer Gefecht zu setzen und anschließend zu fliehen oder sich zu verstecken.

Der dritte Abschnitt behandelt Situationen, in denen man entdeckt, in die Enge getrieben und in der Unterzahl ist.
Dann werden Mittel wie Steine, Metsubushi und Irreführung eingesetzt, um zu überleben und zu entkommen.

Shukō sind keine Kriegswaffen, sondern improvisierte Waffen, im japanischen; Soto no Mono 外の物.
Bevor sie also zu einer Waffe wurden, dienten sie als Werkzeug zum Tragen von Gegenständen.
Wenn ein Krieger, der auf dem Feld arbeitete, plötzlich von jemandem angegriffen wurde, benutzte er die Werkzeuge die vorhanden waren.
Das heißt, die Shukō waren nicht unbedingt etwas, das man immer mit sich trug, es sei denn, es war geplant.

Mokuton no Jutsu mit Shuko