Bujinkan Dojo Ludwigshafen

Bō Jutsu

Der Ursprung des Kukishin Ryū Bōjutsu 九鬼流棒術, wie wir es heute praktizieren, liegt in den Kampfkünsten der Tang Dynastie in China. Einige dieser Fertigkeiten und Techniken gelangten mit Otomo Furumaro nach Japan. Während der Choho Zeit (999–1004) reformierte Nawa Shinzaburo Motonaga die Methode und wurde zum Ryuso (Gründer) des Chōsui Ryū 澄水流. Dieses Ryū wurde, als der 3. Sōke Okuni Kihei Kitosumi die Herrschaft übernahm, in Kishin Chōsui Ryū 馗神澄水流 umbenannt.

Auf dem Berg Kurama lebte ein Shingon Priester namens Yakushimaru Kurando Taka Masa, der sowohl Kishin Chosui Ryū als auch Shinden Fujiwara Muso Ryū 神傳藤原無双流 studiert hatte. Im Sommer 1336 kämpfte Yakushimaru an der Seite von Kaiser Godaigo am Berg Ikoma. Als er in der Schlacht die Klinge seiner Naginata zerbrach, musste er nur noch mit dem Schaft weiterkämpfen. Diese Erfahrung veränderte sein Leben. Er entwickelte Techniken mit dem Langstock, dem Bō 棒 und integrierte sie in sein Kishin Chosui Ryū.
Später gründete er das Chosui Kukishin Ryū, das kurz darauf in Kukishinden Tenshin Hyohō umbenannt wurde und heute als Kukamishin Ryū bekannt ist.

Im Jahr 1349 gründete Izumo no Kanja Yoshiteru das Kukishin Ryū Happō Bike Jutsu, nachdem er Chosui Kishin Ryū studiert hatte.
Bōjutsu Techniken wurden in einem Buch namens Kangi no Maki festgehalten.

Der 27. Sōke des Kukishin Ryū Happō Biken, Takamatsu Toshitsugu, strukturierte diese Kata zu dem, was wir heute als Bōjutsu kennen, und überließ Hatsumi Masaaki die Nachfolge.
Somit ist er der 28. Sōke dieser Tradition.
Takamatsu Sensei übernahm das, was wir Keiko Sabaki gata nennen, vom Kukishin Ryū und Shoden-, Chuden- und Okuden gata vom Kishin Ryū. Die letzten drei finden sich auch in den Dokumenten, die Amatsu Tatara Kukishin Ryū Bōjutsu definieren, und die ersten sind sowohl im Takagi Ryū Bōjutsu als auch im Kukamishin Ryū Bōjutsu enthalten.

Kukishin Ryū Bōjutsu hat verschiedene Formen.
Die beiden häufigsten sind Maru-Bō (runder Stab) und Hakkaku-Bō (achteckiger Stab). Diese beiden können an den Enden auch Metallverstärkungen aufweisen.
Die anderen sind z.B. Donryū Bō 呑竜棒 (Drachenstab) und Nyoi Bō 如意棒 (Wunschstab), Bō no Kagi 棒の鉤 (Sichelstab), Tetsubō 鉄棒 (Eisenstab), Shakubō 錫棒 (Mönchsstab), Chigiriki 契木 (Kettenstab) und Daisharin 大車輪 (große Radachse).
Die letztgenannten Stäbe erfordern eine extrem hohe Taijutsu Kontrolle.

Heutzutage ist die Länge eines Stabes standardisiert auf 6 Shaku (ca.182 cm), können aber auch länger sein. Die Dicke des Stabes beträgt üblicherweise 1 Sun (3 cm), kann aber auch variieren.

Nyoibō 如意棒

Der Nyoibō 如意棒, ist aus Holz gefertigt und 2 m lang, mit Leder umwickelt und mit Metallnieten besetzt.
Auf dem Schlachtfeld wurde er verwendet, um den Krieger in Rüstung niederzuschlagen und auf Distanz zu halten.
Ein Schlag konnte einen Mann zerschmettern. Er konnte auch als Schutzschild gegen Pfeile, Schwerter und andere Waffen dienen. Am schmalen Ende konnte ein langes Seil befestigt werden, um Techniken wie Würfe zu unterstützen.

Der Bō no Kagi 棒の鉤, ist ein Stab mit einem Haken an einem Ende, der zum Einhaken von Kleidung oder Rüstung auf Distanz verwendet werden konnte.
Der Haken konnte auch als Spitze für seitliche Schläge und Hiebe verwendet werden.

Der Donryū Bō 呑龍棒 (Drachenstab), hat an einem Ende vier Metallspitzen befestigt, die mit Metallstreifen verstärkt sind und an deren Innenseite sich Nieten befinden. Das Innere ist hohl und verbirgt eine 1,20 Meter lange Kette mit einem Metallgewicht, die bei Bedarf geschlagen werden kann. Das andere Ende des Stabes ist mit neun Ringen mit Metallspitzen bestückt und einer Metallspitze am Ende.

Tetsubō 鉄棒, Eisenstab oder Kanabō 金棒, Metallstab, ist ein Stab der bis zu 5 oder 6 kg wiegen konnte.

Shakubō 錫棒 (Mönchsstab)

Dieser Stab hatte einen großen Ring mit neun kleinen Ringen. Die Spitze des großen Rings hatte eine nagelartige Spitze. Die Ringe und die Spitze bestehen aus Metall. Der Nagel kann wie ein kurzer Speer zum Stoßen oder Schlagen des Feindes verwendet werden.

Chigiriki 契木, Kettenstab

Das Chigiriki 契木 (Kettenstab) ist eine Waffe oder ein Fanggerät, bestehend aus einem Stock aus Hartholz, beispielsweise Eiche, mit einer Eisenzwinge und einem Kettengewicht am Ende. Die Kette kann einfach am Ende des Stocks befestigt sein oder in einem Hohlraum im Stockinneren nach außen schwingen, einem sogenannten Furi-jo.
Mit dem Gewicht kann man einen Gegner schlagen oder ihn durch Umwickeln bewegungsunfähig machen.

Go Kui
Wenn du mit der Spitze deines Stabes in die Leere stößt und deine Hand eine Reaktion spürt, ist dies das Gokui.
Wenn der Wind weht, wirbelt der Bo. Der Körper ist leicht. Der Körper fließt.
Es ist nicht die Kraft des Ninja, sondern der Geist der Bojutsu Kunst.
Wenn deine Fingerspitzen spüren, wie die Spitze des Schafts in den leeren Raum stößt, ist das die
Reinste Form.